#16 Katze

Die Stadtkönigin beobachtet, wie draußen eine herrenlose Katze gefüttert wird.Diese Geschichte ist schon etwas länger her. Ich war wie so oft auf der Suche nach alten Bahngleisen und Bahnanlagen, auf denen ich herumkraxeln könnte, und wurde fündig. Das Gelände war teilweise eingezäunt, teilweise wurde es von der Deutschen Bahn genutzt. Da haben sie sich aber in einem ganz schön alten, von außen fast baufällig wirkenden Flachdachgebäude eingenistet, dachte ich. Fast war ich neidisch, dass sie dort drin arbeiteten. Ich ging lieber wieder weiter.

Ich schlenderte über den sandigen Weg am Zaun entlang. Auf einem kleinen Sandhügel neben mir standen ein paar Bäume. Im Schatten der Bäume sah ich, wie eine Frau eine Katze fütterte und streichelte, mitten auf öffentlichem Gelände. Das machte mich neugierig und ich fragte sie, wie sie dazu käme, hier draußen diese Katze zu füttern.

Sie erzählte, dass sie ein Jahr zuvor losgegangen war, um an dieser Stelle ihre eigene Katze zu suchen. Stattdessen hatte sie diese Katze kennengelernt und öfter gesehen. Eines Tages folgte sie der Katze nach Hause und stellte dabei fest, dass die Katze allein in einer Ruine lebte. Seitdem kam sie täglich an diesen Ort, um die Katze zu füttern. Was die Katze übrig ließ, fraßen Füchse später. Am nächsten Tag war das Schälchen immer leer. Sie räumte es weg und brachte ein neues.

Diese Geschichte hat mich sehr gerührt. Es ist nur eine von unzähligen Geschichten, die man in der Stadt erleben kann.

Habt Ihr auch rührende Geschichten gehört oder erlebt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.