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#27 Farbtherapie

Die Stadtkönigin läuft durchs fallende Laub

Der Herbst lässt sich nicht lumpen dieses Jahr. Letztes Jahr war es anders: Da färbte sich das Laub an den Bäumen und ein fieser Sturm riss es sofort herunter. So ist es dieses Jahr nicht. Eines Morgens sah ich aus dem Fenster und ein Baum brannte mir das so was von leuchtende Gelb seiner Blätter direkt ins Hirn. So sehr, dass ich behaupte, es setzte dort einige Glückshormone frei. Der Baum ist immer als erstes dran, es ist so ein richtiger „Ey, hör auf, es ist noch Sommer!“-Baum. Aber dieses Gelb! Etwas später fängt der Rest der Vegetation, die zum Winter ihr Laub abwirft, damit an, sich zu färben.

So leuchtende Farben bekommt nur die Natur hin.

Das behaupte ich zumindest. Ich behaupte auch, und die Behauptung stammt aus dem letzten Jahr, als der Herbst noch schmuddelig und grau war, dass das die Natur extra eingerichtet hat, um einen Kontrast zum dunklen Herbstwetter zu schaffen. In diesem Herbst fand ich sogar einen Busch, dessen Blätter sich Magenta färben. Im Ernst, ich lüge nicht! Und Baumkronen, die im Ganzen Farbverläufe haben. Natürlich, wie im jeden Herbst, färbt sich der wilde Wein rot und rankt mit seinen roten Blättern zwischen grünem Gras oder an noch grünen Bäumen entlang und macht Farbkontraste. Sehr schön sieht er auch auf Bahngeländen zwischen den Schienen aus.

Macht Ihr auch eine Farbtherapie?

Seid nicht traurig über die kürzer werdenden Tage, die Farben draußen trösten Euch darüber hinweg. An sonnigen Tagen lohnt es sich, die Blätter gegen das Licht zu halten. Und wenn sie dann doch runterfallen, kann man mit dem Laub rascheln.

Mehr Artikel über Jahreszeiten findet Ihr unter #11 Spielen (Winter), #17 Verheißung (Winter/Frühling), #20 Riechen (Frühling), #24 Mundraub (Sommer)

#24 Mundraub

Die Stadtkönigin futtert Mirabellen vom Baum

Nach einer längeren Pause melde ich mich mit einem Thema wieder zurück, das mir sehr wichtig ist: Essen. Abgesehen davon, dass wir es zum Überleben brauchen, kann es uns trotzdem krank oder noch gesünder machen. Je nachdem, wie wir damit umgehen. Ich bin noch aus meiner Kindheit daran gewöhnt, Früchte, Kräuter, Nüsse und angebautes Gemüse aus dem Garten oder Wald zu essen oder Tee davon zu trinken. Des Öfteren treffe ich Menschen, die das nicht kennen, sogar welche mit Garten.

Dabei halte ich es für wichtig, die Früchte aus „meiner“ Erde zu essen. Sie stellen die Verbindung zur Natur her, eine sehr grundlegende Verbindung, die sonst immer mehr verloren zu gehen scheint. Man kann sehen, wo die Früchte herkommen, kümmert sich vielleicht sogar selbst um die Pflanzen, steckt einen Samen in die Erde und daraus wird eine Pflanze, die ihre Früchte gibt. Meist schmeckt es sowieso besser, als wenn man im Supermarkt die unreif gepflückten und oftmals mit Pestiziden verseuchten Früchte kauft. Ich wage zu behaupten, dass es gesund und gut für das Immunsystem ist, die Früchte aus der Umgebung zu essen. Zumindest deshalb, weil man dafür rausgeht. Und weil es glücklich macht, sie zu finden.

In der Stadt wachsen, besonders in grüneren Umgebungen, viele Bäume, die Früchte tragen. Sie sind in Parks, kleinen Waldgebieten, am Straßenrand oder auf Friedhöfen zu finden. Auf der Webseite www.mundraub.org könnt Ihr sogar nachschauen, wo in Eurer Nähe verschiedene Obstbäume wachsen (und vieles mehr). Vor einiger Zeit habe ich mich einer Wandergruppe angeschlossen, die sich sehr gut mit Früchten auskennt, die ich teilweise vorher noch nie gegessen habe. Vielen Dank dafür! Momentan essen wir sehr viel auf unseren Wanderungen.

Findet Ihr auch essbare Kräuter, Früchte oder Nüsse in Eurer Umgebung?

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