#02 Perspektive

Die Stadtkönigin macht mnit den Fingern einen Bildausschnitt

Ich laufe eine Kopfsteinpflasterstraße im alten Neukölln hinunter. Am Ende der Straße sehe ich eine Hauswand, vor der eine alte Laterne steht. Trübes Wetter hat sich eingestellt und diese beiden Dinge geben zusammen ein wunderschön verschlafenes Bild ab. Ich möchte das Bild fotografieren, doch der Ausschnitt ist aus der Entfernung zu klein. Ich gehe näher ran. Das Ensemble löst sich Stück für Stück auf. Erst laufe ich an den Bäumen vorbei, die das gemütliche Bild so schön eingerahmt haben. Stattdessen öffnet sich nun eine Querstraße zu beiden Seiten. Schließlich löst sich der Rest des Bildes auf: Die Laterne ist plötzlich mehrere Meter neben dem Haus. Alles eine Frage der Perspektive.

Es überrascht mich, aber ist es nicht oft so, dass etwas von Weitem anders aussieht als von Nahem? Manchmal sieht etwas von Weiten spannend amorph aus, und wenn ich mich nähere, löst sich das Geheimnis schrittweise.

Seid Ihr auch öfter überrascht gewesen, weil etwas aus der Nähe ganz anders aussah, als es von Weitem noch schien?

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