#18 Besitz

Die Stadtkönigin in "ihrer" Stadt

Was von dem, was ich sehe, befindet sich in meinem Besitz? Ich laufe durch die Straßen „meiner“ Stadt. Schaue mir die Graffiti auf ihren Wänden an. Höre ihre Geschichten. Spüre den Wind zwischen ihren Häusern. Nichts von alledem gehört mir und gleichzeitig gehört es mir doch. Ich nehme die Bilder der Umgebung in mir auf und in meinem Gehirn werden sie zu Erinnerungen. Ich höre Geräusche und höre sie in der Erinnerung weiter, während das eigentliche Geräusch sich verzogen hat. Erinnerungen sind das, was in meinen Besitz übergegangen ist.

Aber auch sie kann ich nicht ewig festhalten. Sie verändern sich ebenfalls, nur langsamer. Über die Zeit verklären oder verblassen sie, viele sind irgendwann ganz vergessen. Auf manchen liegt eine Schicht, die sie überdeckt, bis ein ähnlicher Eindruck die Schicht herunterreißt. Derselbe Ort, an dem vergessen wird, schafft Platz für das, was neu in meinen Besitz übergeht.

Da ist dann mein bruchstückhafter Besitz und verändert sich stetig. Manchmal fülle ich die Bruchstücke mit nicht da gewesenem auf, manchmal würfele ich sie zusammen, und etwas Neues entsteht. Eine Idee vielleicht.

Wie seht Ihr das Ganze? Schreibt mir Eure Gedanken dazu!

6 comments on “#18 Besitz
  1. Kay sagt:

    Der wertvollste Besitz ist der, den man nicht für immer halten kann. Dadurch gewinnt er an Bedeutung und man schätzt diesen viel mehr wert 🙂
    Schön geschrieben und regt zum Nachdenken an <3

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

  2. Ich mag Deine Sichtweise! Ich wende sie aber als Landmaus an.
    Was gehört uns? Nichts! Da fällt mir ein Ereignis aus dem letzten Jahr ein. Eine Nachbarin, machte mich darauf aufmerksam, dass ein Turmfalkenpärchen bei mir nistet. „Die beschmutzen Ihr ganzes Haus mit ihrem Kot und verdrecken alles mit ihrem Gewölle. Da müssen Sie etwas unternehmen. Bringen Sie Nägel und Stacheldraht an, dann können sie nicht mehr landen und verziehen sich.“ Ich erklärte Ihr, dass die Vögel ein Recht hätten dort zu nisten, dass ihnen die Welt genauso gehöre wie uns. Sie war fassungslos und verabschiedete sich mit den Worten „manchen Menschen kann man nicht helfen.“ Stimmt!
    Alle Nachbarn hatten im letzten Sommer eine Wühlmausplage im Garten, nur die der man nicht helfen kann nicht! Warum nur?
    Alles Liebe
    Annette

    • Stadtkönigin sagt:

      Liebe Annette,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Geschichte. Ich wünsche Dir eine schöne Woche und dass die gefiederten Besucher dieses Jahr wiederkommen 🙂
      Liebe Grüße
      Tina

  3. Lisa sagt:

    Wow, was für ne coole Seite ist das denn! Die Illustrationen sind ja mal der Hammer!
    Viele liebe Grüße,
    Lisa

    • Stadtkönigin sagt:

      Hey, Lisa,
      super cool, vielen Dank für das Kompliment!!! 🙂
      Sorry, dass ich jetzt erst antworte, daraus lerne ich, dass ich nicht immer eine Mail bekomme, wenn ein Kommentar da ist 🙂
      Liebe Grüße
      Tina

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